Wie kann man Polizist werden? – Ausbildung zur Polizistin

Aktualisiert 25 März 2025
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Polizist werden

Der Job als Polizist ist ohne Zweifel ein wahrer Dienst an Land und Bevölkerung. Er ist ein Beruf, der mit einem erhöhten Risiko verbunden ist. Es wird häufig behauptet, dass man eine Berufung dafür braucht, um die mit dieser Position verbundenen Aufgaben erfolgreich zu meistern.  In diesem Artikel beantworten wir die Frage, wie man Polizist werden kann.

Was macht ein Polizist?

Je nach Behörde, in der ein Polizeibeamter arbeitet, unterscheiden sich seine Aufgaben. Ein Polizist kann in folgenden Bereichen tätig sein:

  • der Schutzpolizei,
  • der Kriminalpolizei,
  • der Bereitschaftspolizei.

In Deutschland hat die Polizei verschiedene Aufgabengebiete. Streifenpolizisten kümmern sich um Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum, Verkehrsbeamte kontrollieren den Straßenverkehr, und die Kriminalpolizei ist für die Aufklärung schwerer Verbrechen zuständig. Außerdem existieren Spezialeinheiten wie die GSG 9, die bei äußerst riskanten Einsätzen zum Einsatz kommen. Selbst wenn Verwaltungsbeamte nicht in Uniform auf der Straße sind, gehören Verwaltungstätigkeiten zu den Aufgaben der Polizei.

Neben ihren regulären Einsätzen auf der Straße übernehmen Polizisten auch Präventionsaufgaben, indem sie Aufklärung an Schulen und in der Bevölkerung betreiben. In stressbeladenen Situationen müssen Sie gelassen bleiben und binnen Sekundenbruchteilen bedeutende Entscheidungen fällen. Außerdem ist die enge Kooperation mit anderen Institutionen wie der Feuerwehr, dem Rettungsdienst oder der Justiz Teil ihres beruflichen Alltags.

Polizist werden: Wo arbeitet ein Polizist?

Nach Abschluss der polizeilichen Ausbildung stehen verschiedene Institutionen als Arbeitgeber zur Verfügung, z. B.:

In der Regel arbeitet man in dem Bundesland, wo man seine Ausbildung gemacht hat. Wo genau man eingesetzt wird, ist von den Anforderungen der Polizei und den eigenen Fähigkeiten abhängig.

Polizist werden

Polizist werden: Voraussetzungen für den Polizeiberuf

Generell sind die Anforderungen für alle Polizeibehörden ähnlich. Folgende Kriterien sollten von den Bewerbern erfüllt werden:

  • Gesundheitliche Eignung (BMI zwischen 18 und 27,5),
  • Mindestgröße (abhängig vom Bundesland),
  • Schwimmleistungsnachweis,
  • Altersgrenzen,
  • Deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit (in Ausnahmefällen auch Drittstaatsangehörigkeit möglich),
  • Einwandfreier Leumund (keine Vorstrafen, keine laufenden Ermittlungen),
  • Leben in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen,
  • Füherschein Klasse B (spätestens während der Ausbildung),
  • Tätowierungen dürfen im Dienst nicht sichtbar sein.

Zusätzlich zu den formalen Voraussetzungen ist psychische Belastbarkeit für Bewerber erforderlich, da sie im Dienst häufig stressigen und herausfordernden Situationen ausgesetzt sind. Da die Polizeiarbeit in der Regel einen engen Austausch mit Kollegen erfordert und eine gute Zusammenarbeit entscheidend für den Erfolg von Einsätzen ist, ist Teamfähigkeit essenziell. Außerdem wird von zukünftigen Polizisten erwartet, dass sie sich mit den Werten der Polizei identifizieren und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein besitzen.

Schulische Voraussetzungen

Je nach der angestrebten beruflichen Laufbahn sind verschiedene Bildungsabschlüsse erforderlich:

  • Mittlerer Dienst: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.
  • Gehobener Dienst: Fachhochschulreife oder Abitur.
  • Höherer Dienst: Masterabschluss (z. B. Jura oder Wirtschaft).

Von Polizeibewerbern werden zudem persönliche Eigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten erwartet.

Polizist werden

Polizist werden: Wie kann man Polizist werden?

Nachdem man sich erfolgreich beworben und das Auswahlverfahren bestanden hat, beginnt bei der Polizei die eigentliche Ausbildung oder das Studium. In dieser Phase bereitet man die Anwärter theoretisch und praktisch auf ihre künftigen Aufgaben vor. Dabei sind Lernbereitschaft, Engagement und Disziplin von großer Bedeutung. Nach der Ausbildung gibt es eine Probezeit, in der die neu ausgebildeten Polizisten ihre Fähigkeiten im realen Einsatz beweisen müssen, bevor sie endgültig in den Polizeidienst übernommen werden.

Einstellungstest

Es ist notwendig, dass Bewerber ein Auswahlverfahren mit mehreren Stufen absolvieren. Das umfasst:

  • Ein schriftlicher Test (Sprachbeherrschung, logisches Denken, Mathematik),
  • Ein mündlicher Test (Vorstellungsgespräch oder strukturiertes Interview),
  • Ein Sporttest zur Überprüfung der körperlichen Fitness.

Medizinische Untersuchung

Um sicherzustellen, dass Bewerber für den Polizeidienst gesundheitlich geeignet sind, wird eine sehr gründliche medizinische Untersuchung bei angehenden Polizisten durchgeführt. Neben der Überprüfung von Seh- und Hörvermögen werden auch Herz-Kreislauf-System, Blutdruck und allgemeine Fitness getestet. Auch die psychische Belastbarkeit ist von Bedeutung, da Polizisten in ihrem Berufsalltag häufig mit stressigen und gefährlichen Situationen konfrontiert werden. Nach Bestehen der medizinischen Prüfung können sich Bewerber, die physisch und psychisch für den Dienst geeignet sind, darauf verlassen.

Die Polizeiausbildung

Die Ausbildung zur Polizei umfasst sowohl eine theoretische als auch eine praktische Komponente. Im theoretischen Unterricht werden u. a. behandelt:

  • Rechtswissenschaften,
  • Psychologie,
  • Kriminalistik,
  • Einsatztraining.

Die Ausbildung im mittleren Dienst beträgt zwei Jahre, während sie im gehobenen Dienst drei Jahre dauert. Um eine Laufbahn im höheren Dienst einzuschlagen, ist ein duales Studium an einer Polizeiakademie erforderlich.

Polizist werden: Karrierechancen

In Deutschland haben Polizisten aufgrund des konstant hohen Bedarfs an qualifizierten Kräften ausgezeichnete Karrierechancen. Nach mehreren Dienstjahren stehen verschiedene Beförderungen offen, wie beispielsweise die Weiterbildung zum Polizeihauptmeister oder Polizeikommissar. Wer im Laufe seiner Karriere weiter aufsteigen möchte, kann durch den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen und Führungsfähigkeiten Positionen im höheren Dienst übernehmen, wie beispielsweise als Kriminalbeamter oder in der Leitung spezialisierter Einheiten. Zusätzlich existieren zahlreiche Spezialisierungen, beispielsweise in der Kriminalpolizei, im Einsatztraining oder in spezialisierten Sicherheitsdiensten, die weitere berufliche Perspektiven bieten. Für diejenigen, die sich für eine Karriere in der Führung interessieren, besteht die Möglichkeit, Führungsrollen wie die eines Dienstgruppenleiters oder Kommissariatsleiters zu übernehmen.

Polizist werden: Gehalt eines Polizisten

Das Gehalt eines Polizeibeamten variiert je nach Besoldungsgruppe und Laufbahn. Im Prinzip gilt:

  • Mittlerer Dienst: Einstiegsgehalt ca. 2.500–3.000 Euro brutto monatlich,
  • Gehobener Dienst: Einstiegsgehalt ca. 3.500–4.500 Euro brutto monatlich,
  • Höherer Dienst: Einstiegsgehalt ab ca. 5.000 Euro brutto monatlich.

Das Gehalt kann im Einklang mit zunehmender Erfahrung und Beförderungen steigen.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Polizisten haben nach einigen Dienstjahren die Möglichkeit, sich auf verschiedene Fachgebiete zu spezialisieren, darunter:

  • Kriminalpolizei (Ermittlungen bei schweren Straftaten),
  • Hundeführerstaffel (Arbeit mit Diensthunden),
  • Wasserschutzpolizei (Sicherheit auf Binnen- und Küstengewässern),
  • SEK/MEK (Spezialeinheiten für besondere Gefahrenlagen),
  • Verkehrspolizei (Überwachung und Regelung des Straßenverkehrs).

Fazit

Obwohl der Polizeiberuf herausfordernd und anspruchsvoll ist, bietet er eine einzigartige Chance, einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Es gibt eine spannende und sinnvolle Karriere bei der Polizei für diejenigen, die engagiert sind, Durchhaltevermögen zeigen und anderen helfen wollen.