Pilot werden: Wie kann man Pilot werden?

Aktualisiert 18 März 2025
11 minuten
Pilot werden

Für zahlreiche Leute stellt das Fliegen von Flugzeugen einen Berufswunsch aus der Kindheit dar. Flugzeuge haben das Reisen revolutioniert und ermöglichen es uns, Kontinente innerhalb weniger Stunden zu überqueren. Früher dauerte es Tage oder sogar Wochen, um zwischen Ländern zu reisen. Heute können wir in Deutschland ein Flugzeug besteigen und sind wenige Stunden später in den USA. In diesem Artikel wird erläutert, wie man Pilot werden kann, welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind und welche Herausforderungen dieser Beruf mit sich bringt.

Was macht ein Pilot?

Es gehört nicht nur zu den Aufgaben eines Piloten, ein Flugzeug von Punkt A nach Punkt B zu steuern – es handelt sich um eine anspruchsvolle Tätigkeit, die technisches Wissen, Präzision und die Fähigkeit zu raschem Entscheiden erfordert.

Das Steuern eines Passagierflugzeugs umfasst die ständige Überwachung der Instrumente im Cockpit, das Reagieren auf Wetteränderungen und unerwartete Situationen sowie die Kommunikation mit der Flugsicherung. Die Sicherheit von Crew und Passagieren liegt in der Verantwortung der Piloten, die die vorgegebenen Luftkorridore und Flugrouten genauestens einhalten müssen.

Gegen die Annahme, dass Piloten nur von vielen beleuchteten Tasten umgeben sind und hin und wieder den Steuerknüppel betätigen, ist ihre Arbeit sehr komplex und mit viel Verantwortung verbunden. Sie sorgen dafür, dass der Flug problemlos verläuft, befolgen alle Sicherheitsvorschriften und müssen in Notfällen – wie einer plötzlichen technischen Störung oder einer Notlandung – besonnen und schnell handeln. Das Können des Piloten ist in kritischen Momenten trotz moderner Technik entscheidend für den sicheren Ausgang eines Fluges.

Pilot werden: Voraussetzungen, um Pilot zu werden

Vor Ihrer Bewerbung für die Pilotenausbildung sollten Sie überprüfen, ob Sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen.

  1.  Schulbildung und Qualifikation
  • Es ist ein abgeschlossener Schulabschluss erforderlich. Während einige Airlines die Hochschulreife (Abitur) bevorzugen, kann in bestimmten Fällen auch eine abgeschlossene Berufsausbildung ausreichend sein.
  • Es ist nicht zwingend erforderlich, ein Studium zu haben, aber es kann von Vorteil sein – besonders in technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern.
  1. Mindestalter
  • Bewerber müssen, je nach Flugschule oder Airline, in der Regel mindestens 18 oder 21 Jahre alt sein, um eine Pilotenausbildung zu beginnen.
  1. Sprachkenntnisse
  • Da Englisch die internationale Luftfahrtsprache ist, sind sehr gute Kenntnisse dieser Sprache unerlässlich.
  • Um sich an vielen Flugschulen anmelden zu können, ist ein Nachweis über die eigenen Sprachkenntnisse notwendig. Dieser kann etwa durch ein Zertifikat wie den TOEFL oder IELTS erbracht werden.
  1. Gesundheitliche und körperliche Anforderungen
  • Für Piloten ist eine physische Fitness und Gesundheit erforderlich. Es ist ein medizinisches Gutachten der Luftfahrtbehörde (Medical Class 1) erforderlich, um dies zu erreichen.
  • Gutes Sehvermögen (in der Regel nicht schlechter als +/- 3 Dioptrien, je nach Luftfahrtbehörde).
  • Keine chronischen Krankheiten oder psychischen Einschränkungen, die das Fliegen beeinträchtigen könnten.
  1. Persönliche Eigenschaften und Charakter
  • Ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein ist unerlässlich.
  • Für eine erfolgreiche Karriere als Pilot sind Präzision, Konzentrationsfähigkeit und Stressresistenz entscheidend.
  • Da Piloten eng mit Co-Piloten und der Flugbesatzung zusammenarbeiten, sind Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke von großer Bedeutung.
  • Bereitschaft für häufige Reisen und flexible Arbeitszeiten, da Piloten oft weltweit unterwegs sind und ihre Arbeitszeiten unregelmäßig sind.
  1. Weitere Voraussetzungen
  • Ein Reisepass, der den Anforderungen genügt, da internationale Einsätze oft vorkommen.
  • In manchen Fällen ist ein tadelloses polizeiliches Führungszeugnis erforderlich.

Wenn man alle diese Bedingungen erfüllt, kann man sich um eine Pilotenausbildung bewerben und den ersten Schritt in Richtung seines Traumberufs als Pilot machen!

Pilot werden: Wie wird man Pilot?

Um Pilot zu werden, ist zunächst ein herausfordernder Auswahlprozess zu durchlaufen. In der Regel umfasst dieser drei Stufen, die technische, psychologische und medizinische Eignungstests beinhalten.

Stufe 1: Grundprüfung (Eignungstest)

Um Pilot zu werden, muss zuerst eine gründliche berufliche Basisprüfung abgelegt werden. Diese dauert normalerweise einen Tag. An dieser Stelle erfolgt ein Test, ob die Kandidaten über die erforderlichen kognitiven und technischen Kompetenzen verfügen.

  • Technisch-physikalische Tests
    • Wissen in Elektrotechnik, Mechanik, Wärmelehre und Strömungsmechanik wird kontrolliert.
    • Besonders gefragt sind analytisches und logisches Denken.
  • Mathematische und sprachliche Fähigkeiten
    • Es ist wichtig, dass man sicher mit Mathematik und Kopfrechnen umgehen kann.
    • Sehr gute Englischkenntnisse werden getestet.
  • Konzentration und Multitasking
    • Flugzeugführer müssen sich rasch Informationen einprägen und in Stresssituationen fokussiert bleiben.
    • Bei Sensomotoriktests wird die Fähigkeit überprüft, Flugparameter wie Höhe und Geschwindigkeit mit einem Joystick und einem Touchscreen zu steuern.
    • Die Prüfung der Multitasking-Fähigkeiten erfolgt unter akustischer Ablenkung, da Piloten selbst in komplexen Situationen effizient arbeiten müssen.

Stufe 2: Gruppenqualifikation (Teamfähigkeit und Persönlichkeit)

Da Piloten in der Regel im Team arbeiten, wird an dieser Stelle die soziale und kommunikative Kompetenz geprüft. Diese Phase nimmt oft zwei Tage in Anspruch und umfasst:

  • Gruppenübungen und Rollenspiele
    • Kandidaten müssen zeigen, dass sie in Stresssituationen ruhig und besonnen reagieren.
    • Es erfolgt eine Überprüfung von Führungskompetenz und Entschlussfreudigkeit.
    • Die Kompetenz zur Kooperation im Cockpit wird besonders gewichtet.
  • Verhalten und psychologische Tests
    • Mit Persönlichkeitstests wird überprüft, ob ein Bewerber für die verantwortungsvolle Tätigkeit des Piloten geeignet ist.
    • Entscheidend sind Belastbarkeit und emotionale Stabilität.

Stufe 3: Medizinische Untersuchung (Class-1-Medical-Test)

Alle, die in Zukunft als Pilot arbeiten wollen, müssen ein Medical der Klasse 1 bestehen. Ein Luftfahrtmediziner untersucht dabei:

  • Körperliche Voraussetzungen
    • Größe und Gewicht sollen sich im normalen Bereich befinden.
    • Das Seh- und Hörvermögen wird getestet (leichte Sehschwächen führen oft nicht zum Ausschluss).
    • Reflexe und Beweglichkeit werden geprüft.
  • Allgemeine Fitness und Gesundheit
    • Das Herz-Kreislauf-System sowie die generelle körperliche Verfassung werden kontrolliert.
    • Keine gravierenden chronischen Erkrankungen oder psychischen Beeinträchtigungen.

Pilot werden: Die Ausbildung

In Deutschland kann man auf zwei Hauptarten eine Pilotenlizenz erwerben: durch eine integrierte Ausbildung oder durch eine modulare Ausbildung. Jede Option bringt eigene Vor- und Nachteile mit sich, die von den persönlichen Erfordernissen und dem Geldbeutel der zukünftigen Piloten abhängen.

Integrierte Ausbildung (Full-Time-Programm)

Diese Ausbildung wird meist von Flugschulen oder direkt von Fluggesellschaften angeboten und ist ein intensives, strukturiertes Programm. Die Dauer beträgt 18 bis 24 Monate, und es beinhaltet theoretische sowie praktische Schulungen.

Merkmale der integrierten Ausbildung:

  • Vollzeitangebot mit festgelegtem Zeitplan.
  • Die Vermittlung von Theorie und Praxis erfolgt zeitgleich.
  • Die Absolventen bekommen die ATPL (Airline Transport Pilot License).
  • Direkter Einstieg in der Luftfahrtbranche möglich.

Nachteil: Die Ausbildung verursacht hohe Kosten (zwischen 60.000 und 120.000 €), kann jedoch oft durch Förderprogramme oder Kredite unterstützt werden.

Modulare Ausbildung (Flexible Variante)

Die modulare Ausbildung ermöglicht eine flexiblere Herangehensweise, um den Beruf des Piloten zu ergreifen. Ein Vorteil besteht darin, dass die Planung und Finanzierung für jeden einzelnen Schritt geschehen kann, wodurch es möglich ist, die Ausbildung berufsbegleitend zu absolvieren.

Merkmale der modularen Ausbildung:

  • Flexibles Lernen (ohne festen Zeitrahmen).
  • Es ist möglich, die Ausbildung über mehrere Jahre zu strecken.
  • Die Kosten fallen schrittweise an, was es günstiger macht als die integrierte Ausbildung.
  • Ideal für Berufswechsler oder Arbeitnehmer, die ihren Traum vom Fliegen realisieren wollen.

Nachteil:

  • Ausgedehnte Zeitspanne (3–6 Jahre, je nach persönlichen Tempo).
  • Notwendigkeit zur Selbstorganisation.
  • Es erfolgt keine automatische Übernahme durch eine Airline.

Die Kosten der Ausbildung

Die Ausgaben für eine Pilotenausbildung können je nach Art der Ausbildung, der Flugschule und den persönlichen Lernvoraussetzungen erheblich schwanken.

Kostenübersicht je nach Ausbildungsweg

  • Integrierte Ausbildung (Full-Time-Programm)
    • Kosten: ca. 80.000 – 120.000 €
    • Dauer: ca. 18–24 Monate
    • Merkmale: Intensive, strukturierte Ausbildung mit direktem Karriereeinstieg möglich
  • Modulare Ausbildung (Flexible Variante)
    • Kosten: ca. 50.000 – 80.000 €
    • Dauer: ca. 3–6 Jahre
    • Merkmale: Schrittweise Finanzierung und berufsbegleitend möglich

Optionen zur Finanzierung der Pilotenausbildung

Wegen der hohen Kosten für die Ausbildung stehen verschiedene Optionen zur Finanzierung zur Verfügung:

Kredite und Finanzierungsprogramme

  • Einige Banken offerieren spezielle Bildungskredite für angehende Piloten.
  • Einige Flugschulen arbeiten mit Finanzinstituten zusammen und ermöglichen Ratenzahlungen.

Stipendien und Förderungen

  • Einige Airlines haben Förderprogramme, bei denen die Kosten für die Ausbildung teilweise übernommen werden.
  • In bestimmten Fällen werden staatliche Zuschüsse oder Stipendien gewährt.

Selbstfinanzierung (modularer Weg)

  • Die modulare Ausbildung ermöglicht es, die Kosten über mehrere Jahre zu strecken und gleichzeitig einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Ob modulare oder integrierte Ausbildung – eine Karriere als Pilot erfordert erhebliche finanzielle Investitionen. Um sich den Traum vom Fliegen zu verwirklichen, sind eine gewissenhafte Planung und die passende Finanzierungsstrategie von entscheidender Bedeutung!

Pilot werden: Die Voraussetzungen für den Berufseinstieg

Nach Beendigung der Pilotenausbildung müssen zukünftige Piloten zusätzliche Bedingungen erfüllen, um offiziell in der Luftfahrtbranche tätig werden zu können. Hierzu zählt vor allem das Erlangen der erforderlichen Pilotenlizenz.

Pilotenlizenzen in Deutschland

In Deutschland existieren verschiedene Pilotenlizenzen, die jeweils für unterschiedliche Zwecke verwendet werden können:

Private Pilot License (PPL)

  • Gestattet das Fliegen von Flugzeugen für private Zwecke (außerhalb des kommerziellen Flugverkehrs).
  • Notwendig für Freizeitsportflieger oder zur Vorbereitung auf die CPL.

Commercial Pilot License (CPL)

  • Notwendig für eine berufliche Laufbahn als Pilot.
  • Erforderliche Voraussetzungen für den Erwerb:
    • Mindestens 200 Flugstunden, wobei 150 Stunden als Pilot-in-Command (PIC) zu absolvieren sind.
    • Bestehen eines medizinischen Tests (Zertifikat der Klasse 1).
    • Theoretische und praktische Prüfungen mit Erfolg bestanden.

Berufseinstieg als Pilot: Weitere Anforderungen

Um sich bei einer Fluggesellschaft zu bewerben, müssen angehende Piloten nach dem Erhalt der CPL noch weitere Voraussetzungen erfüllen.

Type Rating (Flugzeugmusterberechtigung)

  • Fokussierung auf ein spezielles Flugzeugmodell (z. B. Airbus A320 oder Boeing 737).
  • Wird häufig von Airlines finanziert, kann aber bei Selbstfinanzierung bis zu 30.000 € kosten.

Flugerfahrung für den Einstieg als Co-Pilot

  • Die meisten Fluggesellschaften verlangen mindestens 250–300 Flugstunden.
  • Bei großen Airlines oder bei interkontinentalen Flügen sind häufig 1.500 Flugstunden notwendig.

Erfahrung für die Kapitänsposition

  • In der Regel sind für die Erlangung des Kapitäns (Captain) mindestens 3.000 Flugstunden und umfangreiche Erfahrungen als Co-Pilot erforderlich.

Nach der Ausbildung zum Piloten startet man erst richtig in die berufliche Karriere: Um in der Luftfahrtbranche Fuß zu fassen, ist neben dem Erwerb der CPL und einer Flugzeugmusterberechtigung vor allem praktische Flugerfahrung entscheidend.

Pilot werden: Arbeitsmarktbedingungen

In Deutschland ist die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt für Piloten groß, zudem unterliegt dieser den Schwankungen der Wirtschaft. Der Einstieg bei großen Fluggesellschaften kann besonders herausfordernd sein, da diese oft erfahrene Piloten bevorzugen.

Karrierestart als Pilot

Einstiegsmöglichkeiten:

  • Viele Piloten starten ihre Karriere bei regionalen Fluggesellschaften, Frachtflugunternehmen oder Charterdiensten.
  • Einige sammeln ihre ersten Flugerfahrungen in der Allgemeinen Luftfahrt oder als Fluglehrer.
  • Um direkt bei großen Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Eurowings einzusteigen, sind in der Regel eine hohe Anzahl an Flugstunden und besondere Qualifikationen erforderlich.

Herausforderungen:

  • Starker Wettbewerb, besonders bei angesehenen Fluggesellschaften.
  • Hohe Abhängigkeit von ökonomischen Entwicklungen (z. B. Folgen der Corona-Pandemie für die Luftfahrt).
  • Die Nachfrage nach Piloten variiert je nach Marktsituation.

Arbeitsbedingungen und Alltag als Pilot

Für Piloten ist die Arbeit abwechslungsreich, zugleich jedoch herausfordernd und mit besonderen Arbeitsbedingungen verknüpft:

  • Unregelmäßige Arbeitszeiten: Schichtarbeit sowie Dienste in der Nacht und am Wochenende sind alltäglich.
  • Reisen als unverzichtbarer Teil: Piloten verbringen viel Zeit an internationalen Flughäfen und in Hotels weltweit.
  • Große Verantwortung: Die Piloten sind dafür zuständig, dass die Passagiere und die Crew sicher sind.
  • Gehaltsstruktur: Die Einstiegsgehälter weisen eine große Varianz auf, aber mit zunehmender Erfahrung sind attraktive Gehälter möglich.

Die Rolle des Militärs

Die Luftwaffe offeriert eine weitere Option, um als Pilot tätig zu werden.

Vorteile der militärischen Pilotenausbildung: 

  • Ausbildung von hoher Qualität und ohne Kosten.
  • Geplante Karriere mit festen Einsatzplänen.
  • Option, nach der Dienstzeit in den zivilen Bereich zu wechseln (z. B. als Flugzeugführer).

Herausforderungen:

  • Verpflichtung im Militär für mehrere Jahre.
  • Rigorose Auswahlprozesse und physische Anforderungen.

Fazit

 Es ist ein anspruchsvoller Weg ins Cockpit, aber für jene, die ihren Traum vom Fliegen verwirklichen wollen, lohnt es sich.

🔹 Der Berufseinstieg erfordert Durchhaltevermögen und Flexibilität.

🔹 Der Markt für Berufspiloten schwankt – ein Netzwerk und zusätzliche Qualifikationen erleichtern den Einstieg ins Berufsleben.

🔹 Der Einstieg kann durch alternative Wege, wie eine Ausbildung im Militär oder in der Allgemeinen Luftfahrt, erleichtert werden.

Mit der nötigen Leidenschaft, dem richtigen Engagement und den passenden Qualifikationen steht einer erfolgreichen Karriere als Pilot nichts im Wege!